Zum ersten Mal zwei Gewinner beim Zukunftspreis: HappyMed und Syntellix

Das gab es bisher noch nie in der Geschichte des cdgw-Zukunftspreises: Erstmals stand am Ende des Wettbewerbs kein eindeutiger einzelner Sieger fest. Denn von den in geheimer Abwahl abgegebenen Stimmen der rund 100 Anwesenden entfielen auf die Syntellix AG mit ihrem Vorstand Prof. Martin H. Kirschner ebenso viele Voten wie auf das Start Up-Unternehmen HappyMed und seinen 28-jährigen Gründer Philipp Albrecht. Der Preis wurde also geteilt.

Philipp Albrecht von HappyMed präsentierte eine Videobrille. Mi den Brillen (einschließlich Kopfhörer) sollen Patienten Operationen, aber auch belastende Behandlungen (wie zum Beispiel eine Chemotherapie), entspannter und schmerzärmer erleben. Denn über die Videobrillen können z.B. Naturfilme, Klassikkonzerte, Meditationsmusik usw. erlebt werden. Für die Patienten verkürze sich gefühlt die Zeit der Behandlung auf die Hälfte, Depressionen, Ängste und Schlafstörungen nähmen ab – was sich auch für Kliniken auf der Kostenseite günstig niederschlägt. Ebenso geht nach Aussagen Albrechts die Zahl der OP-Abbrüche zurück. Er betont: "Die Videobrille ist eine gute Möglichkeit, mit smarter Technologie Angst zu bekämpfen – und nicht mehr Personal und Medikamente einzusetzen."

Professor Martin H. Kirschner, Syntellix-Vorstand, berichtete den Wettbewerbsgästen von einer "faszinierenden Story". Das noch recht junge und in Hannover ansässige Unternehmen hat Implantate (Schrauben und Pins) aus Magnesium entwickelt. Diese lösen sich von selbst nach einer gewissen Zeit im Körper auf. In der orthopädischen Chirurgie gibt es Reihe von Fällen, in denen einmal eingebrachte Schrauben u. ä. den Patienten dann in einer zweiten Operation wieder entfernt werden müssen. Dies wäre mit der Syntellix-Lösung für zahlreiche Anwendungsgebiete überflüssig. Prof. Martin H. Kirschner schätzt, dass mit den innovativen Produkten von Syntellix alleine in Deutschland jährlich rund eine Milliarde Euro an Gesundheitskosten eingespart werden könnten.