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cdgw-Gala 2011

Thieme-Verleger Dr. Albrecht Hauff gab die Richtung vor. In seiner Einführungsrede zur Verleihung der Auszeichnung „Manager des Jahres“ stellte er klar: Es wird damit kein Lebenswerk geehrt. Die Vergabe des Preises steht vielmehr auch ganz konkret im zeitlichen Zusammenhang mit der gewürdigten Leistung. Kaum ein Markt sei so reguliert und festgezurrt wie das Gesundheitswesen, sagte der Verleger. Die im Thieme Verlag erscheinende kma stehe mit dem Preis deshalb auch für Wettbewerb, Innovation und damit gegen verkrustete Strukturen. Gerade auf diesem Gebiet habe Ines Manegold Vorbildliches geleistet.

Ines Manegold, die heutige Vorstandsvorsitzende der Kärntner Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft (KABEG) ist vielen Beobachtern noch aus Deutschland bekannt. Unter anderem als Kaufmännische Direktorin der Universitätsklinik Köln oder als Vorstand der Uniklinik Düsseldorf. Die Laudatio auf Ines Manegold sprach Dr. Andrea Kdolsky, ehemalige Gesundheitsministerin in Österreich.

Als die größten Stärken von Ines Manegold schildert sie deren Flexibilität und „Gehirnelastizität“. Wo sie arbeite, hinterlasse sie Spuren. Die Preisträgerin sei ein humorvoller Mensch, der das Umfeld auch zum Lachen bringe – und auch ihr Schuh-Tick kam zur Sprache.

Die besondere berufliche Leistung von Ines Manegold, unterstreich Andreas Kdolsky, liege letztendlich darin, dass diese alleiniger Vorstand der KABEG sei. Das sei vorher in Österreich undenkbar gewesen. Das sei etwas ganz besonderes. Dafür musste eigens ein Gesetz geändert werden, an dem Ines Manegold intensiv mitgewirkt habe. Um diese Art Revolution in der österreichischen Krankenhauslandschaft besser verstehen zu können, gestattete Andrea Kdolsky tiefe Einblicke in das Gesundheitssystem unseres Nachbarlandes. Dort werden Klinikfunktionen nämlich vor allem nach Parteibuch und politischem Proporz vergeben. Fast 99 Prozent der Kliniken seien in staatlicher Hand. Privatisierung nahezu ein Unwort. „Mein Haus, mein Pferd, meine Frau und mein Spital“, sei die gängige Denkweise der Politik. Die Kliniken agierten eigenständig nebeneinander her. In Österreich gebe es zum Beispiel mehr Nierenstein-Zertrümmerer als an der US-amerikanischen Ostküste. Und wenn kleine Kliniken in Verbünde gepackt werden, seien Standortgarantien und Mitarbeiterschutz selbstverständlich. In diese Situation sei Ines Manegold hineingekommen. Mit ihr sei ein Wandel eingetreten. Ihre Stelle sei erstmals nach Qualifikation besetzt worden. Und die von Ines Manegold wesentlich mit gestaltete Befreiung aus verkrusteten Strukturen, könnte lauf Kdolsky „der Anfang eines neuen wunderbaren Weges in der österreichischen Gesundheitslandschaft sein.“

Ines Manegold sei eine“ mutige“ Frau. Sie habe sich diesen Auseinandersetzungen und dem schwierigen Umfeld gestellt, sagte Kdolsky. Sie habe sich gegen alle beharrenden Kräfte und viele Funktionäre gestellt. Ines Manegold müsse man Hochachtung zollen, dass sie sich den Herausforderungen gestellt und Strukturen entscheidend verändert habe. Sie stehe für eine neue Form des Klinikmanagements in Österreich.

Dabei helfe ihr ihre Persönlichkeit, betonte die Laudatorin. Manegold sei direkt, keinesfalls konfliktscheu. Sie sei bereit Entscheidungen zu treffen und auch die Verantwortung dafür zu tragen. „Das macht sie so einzigartig“, sagte Kdolsky. Ines Manegold lege den Finger in die Wunde und zeige neue Wege auf. Sie sei in vielen Netzwerken engagiert – besonders setze sie sich für Frauen in Gesundheitsberufen ein. Die mehr als 90 cdgw-Mitglieder und Gäste des Abends erfuhren dann auch, dass Ines Manegold jedes Jahr unter einen Leitspruch stelle. So habe das Motto für 2010 vielsagend gelautet: „Lieber das kleinste Licht anzünden, als über die Finsternis klagen.“

Den festlichen Abend hatte zuvor Erik Händeler eröffnet. Der Buchautor und Zukunftsforscher sprach über die neuen Produktivfaktoren in der Wissensgesellschaft. Und wie Gesundheit und Sozialverhalten, wie die gedachte Welt, wie Planen, Organisieren, Kommunizieren und menschliche Interaktion die Unternehmen und die Gesellschaft verändern werden. Gesundheit und produktives Sozialverhalten sind laut Händeler das knappe Gut der Zukunft. Der Erhalt und die Herstellung von Gesundheit sowie optimale Unternehmensstrukturen, die Sozialverhalten fördern und belohnen, werden deshalb entscheidende Faktoren für Wohlstand und Wachstum in der Zukunft sein.

Hier die Kurzfassung der Präsentation von Erik Händler.

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