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cdgw unterwegs 2013

Rund 40 Mitglieder des Clubs der Gesundheitswirtschaft waren Anfang November der gemeinsamen Einladung von cleanpart healthcare-Geschäftsführer Klaus Sellinghoff, des Businessclubs und der Kliniken der Stadt Köln nach Köln-Merheim gefolgt. Ziel war die im Sommer 2013 in Betrieb genommene neue Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) auf dem Gelände des Klinikstandortes Köln-Merheim.

Einmal im Jahr treffen sich Mitglieder des Clubs der Gesundheitswirtschaft vor Ort bei einem Mitglied oder einem Projekt eines Mitgliedes. In diesem Falle hatten cleanpart healthcare und Klaus Sellinghoff die neue ZSVA zum Anlass für die Einladung genommen.

Die ZSVA ist in Kooperation mit den Kliniken der Stadt Köln als Ergebnis einer Systempartnerschaft zwischen Industrie und Krankenhaus entstanden. Die Anlage bietet höchste Hygienestandards und industrielles Spitzen-Know-how. Klaus Sellinghoff, Mitarbeiter von cleanpart healthcare und Vertreter des Krankenhauses führten die cdgw-Mitglieder durch die Anlage und erläuterten die Prozesse. Die cdgw-Mitglieder zeigten sich nicht nur vom Standard der Anlage beeindruckt, sondern auch von der „schönsten ZSVA in Deutschland“, wie es ein Clubmitglied formulierte. In der ZSVA werden jährlich rund um die Uhr zirka drei Millionen einzelne Instrumente aufbereitet, gereinigt und sterilisiert.

Die wegweisende Kooperation zwischen cleanpart healthcare und den Städtischen Kliniken Köln bei der ZSVA gab auch das Thema für den anschließenden Workshop des Businessclubs vor, der unter dem Titel „Systempartnerschaften“ stand. Zu dessen Beginn schilderte Klinik-Geschäftsführer Roman Lovenfosse-Gehrt die Zusammenarbeit mit cleanpart healthcare als gutes Beispiel für sein Verständnis von Systempartnerschaften, das weit über eine einfache Dienstleistung hinausgehe. Lovenfosse-Gehrt betonte, dass es nicht zielführend sei, nur einen Finanzier für Projekte zu suchen, die die Klinik sonst nicht bezahlen könne: „Deswegen scheitern viele PPP-Projekte.“

Die entscheidende Frage ist laut Lovenfosse-Gehrt vielmehr: „Wir kriegen wir unser Betriebsmodell umgesetzt?“ Industriepartner müssten dieses Grundverständnis und diese Denkungsart mitbringen. Dann sei eine Partnerschaft auf Augenhöhe möglich, wie dies mit cleanpart healthcare gelungen sei. Dort seien tiefgreifende arbeitsteilige Prozesse etabliert worden, die beide Partner auch im täglichen Arbeitsprozess eng miteinander verbindet. Beide Seiten brächten ihre Expertise in das Projekt ein und entwickelten sich aber auch gemeinsam weiter. „Wir haben gute Erfahrungen mit der Sterilgutversorgung gemacht“, unterstrich Roman Lovenfosse-Gehrt und ergänzte: „Wir werden deshalb das Modell der Systempartnerschaften weiter verfolgen.

An der anschließenden Podiumsdiskussion, die von cdgw-Sprecher Peter Herrmann geleitet wurde, nahmen neben Roman Lovenfosse-Gehrt noch cdgw-Präsidiumsmitglied und eptima-Geschäftsführer Holger Dettmann, Dr. Christoph Hoppenheit, Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Münster, und Dr. Lucas F.J. Dürselen, Vorstand der amedes Holding, teil.

Die Debatte auf dem Podium und mit dem Publikum verlief durchaus kontrovers: Holger Dettmann betonte, dass Systempartnerschaften immer komplexere Formen annähmen und nichts mehr mit früheren einfachen Dienstleistungsverträgen zu tun hätten. Auch stehe nicht notwendig mehr die Kostensenkung im Vordergrund, inhaltliche und Qualitätsziele gewönnen deutlich an Bedeutung. Und Lucas Dürselen betonte:  Systempartnerschaften werden sich gewaltig wandeln. Qualität und Innovationen spielten eine immer größere Rolle. Als Beispiele nannte Dürselen den Ärztemangel, die zunehmende Spezialisierung in der Medizin und die rasche Vervielfachung des Wissens. Dem könne keine Klinik mehr alleine gerecht werden. Daraus erwüchsen neue Aufgaben für Systempartner.

Eine konträre Position vertrat Christoph Hoppenheit. Er betonte, dass Industrie- und Dienstleistungspartner mit Standardpaketen nicht mehr erfolgreich sein könnten. Am Uniklinikum Münster sei praktisch kein einziger Betrieb nach außen vergeben worden. Wenn qualifiziertes Personal im eigenen Unternehmen vorhanden sei, müsse kein Externer Geld verdienen. Ein Outsourcing z. B. müsse für jeden Bereich individuell genau betrachtet werden. Wichtig sei die Beantwortung der Frage: Wie kann man mit Partnern Erfolg haben. Meist gelinge dies aber nicht. Hoppenheit ergänzte: „Und wenn man auch noch Mehrwertsteuer zahlen muss, dann spricht das auch erst einmal gegen Dienstleister.“
Dem entgegnete Lucas Dürselen, dass Kliniken wie Münster sicher Ausnahmen seien und den Markt nicht repräsentativ abbildeten. Ab einer bestimmten Größe könnten Kliniken sicher vieles selbst leisten, aber mittlere und kleinere Häuser seien dazu meist nicht in der Lage. Roman Lovenfosse-Gehrt ergänzte, dass Systempartnerschaften kein Selbstzweck seien. Es brauche klare Kriterien dafür, um z. B. fehlende Kompetenz und  mangelnde Ressourcen im eigenen Haus zu kompensieren. Wichtig sei dabei die Integration des Partners in das Unternehmen. Das sei eine ganz andere Perspektive als bei einem klassischen Dienstleister, der daran meist gar kein Interesse habe.

Kontrovers wurde auch die Erwartung von Kliniken an Dienstleister diskutiert. So betonte Lucas Dürselen, dass zwar viel von Qualität gesprochen werde, oft aber dann der günstigste Preis ausschlaggebend sei. Diese Einschätzung wurde aber jedoch nicht von allen geteilt. Relative Einigkeit herrschte allerdings darüber, dass gute Systempartner Innovationen in das Unternehmen bringen, die ein Krankenhaus in der Regel alleine nicht leisten könne. „Billig kann sich heute keiner mehr erlauben“, war deshalb auch eine Aussage eines Klinikchefs, es gehe deshalb darum, den richtigen Partner zu finden. Das Kow-how, das dieser mitbringe, müsse dann aber auch im Laufe der Zeit wachsen können. Verträge mit langen Laufzeiten dürften deshalb nicht zu Agonie führen.

Aber nicht nur bei den Krankenhäusern verändern sich die Ansprüche und Erwartungen an die Industrie, sondern auch die Industrie verändert sich, muss sich verändern, sagte Roman Lovenfosse-Gehrt. Denn die Industrie habe vor einigen Jahren noch gar keine adäquaten Antworten auf die Bedürfnisse von Krankenhäusern im Rahmen einer Systempartnerschaft parat. Die entscheidende Frage bei Systempartnerschaften sei deshalb, ergänzte Christoph Hoppenheit: Welche Anreize gibt es für beide Seiten? Denn der Gesundheitsmarkt werde sich weiter dynamisch verändern. Auch die Angebote der Dienstleister von heute müssten in zehn Jahre andere sein.

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