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cdgw-Workshop 2012

Insbesondere viele Leistungserbringer in der deutschen Gesundheitswirtschaft leiden an Kapitalmangel. Welchen Beitrag kann und will Private Equity da leisten, welche Modelle sind interessant, wer profitiert, wie funktioniert die PE-Branche, und wie sieht ihr Erwartungshorizont für die nächsten Jahre aus? Der Workshop zu diesem Thema wurde von Michael Burkhart von PricewaterhouseCoopers moderiert, sein Kollege Dr. Gregor Larbig machte den Auftakt mit einem Impuls- und Einführungsvortrag.

Die Podiumsdiskussion wurde bestritten von

Dr. med. Dr. jur. Martin Siebert, Geschäftsführer MEDIAN Kliniken (Gesellschafter ist Advent International)
Dr. Holger Kleingarn, Partner Palamon Capital Partners (u. a. Beteiligung an der MVZ-Gruppe Polikum)
Dr. Andreas Fendel, Geschäftsführer Quadriga Capital (Gesellschafter der AMEOS Kliniken)
Dr. Christoph Schröder, Odewald & Compagnie, Gesellschaft für Beteiligung mbH

Dr. Gregor Larbig machte in seinem Vortrag die wesentlichen Kernpunkte und Charakteristika von PE deutlich. Dazu zählen u. a.: PE ist breit über viele Sektoren vertreten, mit Engagements im kleinen zweistelligen Millionenbereich bis hin zu Milliardeninvestitionen; PE ist dabei sowohl an Minderheits- wie an Mehrheitsbeteiligungen interessiert. Der Ausstieg aus den Unternehmen finde dann meist nach vier bis sieben Jahren statt, aber auch so genannte Evergreenfonds mit langem Zeithorizont gehören zum Spektrum.

PE ist interessiert an einer stabilen Ertragslage, Wertsteigerungspotenzial, einem bewährten Management und nachhaltigem Wachstumspotenzial. PE ist darüber hinaus an einem attraktiven Ausstiegsszenario interessiert, entweder durch einen Börsengang oder den Weiterverkauf an einen Investor.

Dr. Gregor Larbig machte auch deutlich, dass zu den Zielkriterien von PE eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von 25 bis 35 Prozent gehöre und dass sich das eingesetzte Kapital über den Einsatzzeitraum verdoppeln solle. Wert werde auch auf eine Beteiligung des Managements gelegt, da PE meist über keine eigene Expertise in diesem Bereich verfüge. PE sichere vor allem über den Aufsichtsrat Kontrolle.

Als Trends für 2012 fasste Dr. Larbig zusammen: Knapp die Hälfte der PE-Unternehmen erwarten eine Markteintrübung und eine Reduzierung der Transaktionsmöglichkeiten. Zugleich richten 38 Prozent der internationalen PE-Fonds ihren Blick dezidiert auf die deutsche Gesundheitswirtschaft, bei den deutschen PE-Firmen sind es nur zehn Prozent.
Für die Gesundheitswirtschaft in Deutschland insgesamt erwartet die PE-Branche eine weitere Konsolidierung, einen Rückgang der Akutbetten, interessante Chancen bei der Pflege nur am Rande und bei der Rehabilitation nur in Nischen. Positiv ist der Ausblick bei der IT in der Gesundheitswirtschaft, wo immer mehr Gesamt- und Vernetzungslösungen erwartet werden. Als Chance für PE sieht Gregor Larbig die Schließung von Finanzlücken der öffentlichen Hand bei Kliniken und Pflege, gleichzeitig beschleunige der Einsatz von PE den Konsolidierungsprozess. Auf der Negativseite schlage die Sektorenfragmentierung der Branche zu Buche, sie reduziere das Wachstumspotenzial von, auch die Finanzkrise hemme Wachstum.

Für die Statements der Podiumsteilnehmer, dort genannte konkrete Zahlen und beispielhafte Transaktionen und Entwicklungen sowie die anschließende Diskussion wurde in der Workshop-Runde Vertraulichkeit vereinbart. Deshalb nur so viel: Die Podiumsteilnehmer betonten, dass PE einen wichtigen Beitrag leiste, um Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft attraktiver zu machen. Dies münde auch in optimierten Prozessen und gesteigerter Qualität, die letztendlichen den Patienten zugutekomme.

Die Teilnehmer berichteten auch, dass es eine große Nachfrage nach PE-Beteiligungen gäbe. Die Erwartungen sind, dass sich der Markt in den kommenden Jahren nicht wesentlich verändern werde. Mehrere Betreiber-Modelle würden nach wie vor In Konkurrenz zueinander stehen. Allerdings, so die Prognose werde die Entkommunalisierung an Schwung gewinnen und ein zunehmender Privatisierungstrend zu verzeichnen sein. In wenigen Jahren werde PE dann auch in der deutschen Gesundheitswirtschaft – wie schon in anderen Bereichen auch – ein ganz normaler Faktor sein. PE trage zur Intensivierung des Wettbewerbs bei und führe so zum Abbau von Ineffizienzen. Seit einigen Jahren seien zudem ein gestiegenes Know-how der PE in der Gesundheitswirtschaft sowie ein offener und vertrauensbildender Auftritt der PE zu beobachten.

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